Am Tag, als die Finnen kommen, legt sich der Winter über das Land. Der weiße Teppich ist ausgebreitet, was uns erwartet ist HIMmlischer Genuss. In der Böblinger Sporthalle werden die Größen aus dem hohen Norden das Eis zum Schmelzen bringen – Negative, die jungen Engel, Rabenvater Lauri und der Unvergleichliche mr.HIMself, der uns auch in dieser bitterkalten Nacht – so nah – ganz schön fiebrig macht. Doch zunächst heißt es kühlen Kopf bewahren und „Augen auf“. Jonne Aaron beschwört hingebungsvoll „The Moment of our Love“ und ist dabei fast zu schön, um wahr zu sein. Er zieht sich das pinkschwarzfarbene Hemdchen vom zarten Leib, wirkt nun vollends wie nicht mehr ganz von dieser Welt. Ein Vorspiel, das uns freudig trunken macht…Die blonde Diva wird heftig gefeiert – er und Lary, Christus und Antti, Jay und Snack wachsen über sich selbst hinaus. Sie erheben sich mit luftig leichter Zerbrechlichkeit über dem Schatten von jenem, der sich -geschmückt mit Federn- im schnellen Zeitlupentempo katzenhaft über die Bühne bewegt: „The Rasmus“ segeln in eisblauen Lichtstrahlen und Perfektion und doch ist der „erste Tag in ihrem Leben“ nur deshalb für uns im Hier und Jetzt diese traumhafte Nacht, weil noch jener vorbeikommt, der die Flügel der Schmetterlinge ausreißt und alles zum Schwingen bringt, der mit seiner tief-hohen Stimme so schmerzhaft und erbarmungslos tief auch unsere verletzten Seelen berührt. Die Wollmütze tief ins Gesicht gezogen, die Kippe in der Hand zelebriert er lächelnd die düster-schöne Melancholie. Die Hymnen heißen Wicked Game, Razorblade und 666. Sie sind uns in all den Jahren in Fleisch und Blut übergangen und doch werden sie in dieser Nacht wieder neu erfunden. Villes Aura entfaltet sich zwischen flackernden Kronleuchtern, die Atmosphäre ist wunderbar, geheimnisvoll, dicht. „Join me to death“ passt da rein, auch wenn er selbst froh zu sein scheint, dass die Pflicht nun erfüllt ist und er das Publikum mit neueren Titeln („Killing Loneliness“) auf die andere Seite der Welt mitnehmen kann. Valo versenkt seine Stimme in Grabestiefe, um sie dann gleich wieder in den unendlichen Kosmos hochzuschrauben.. Das ist Him. Das ist das dunkle Licht in jener kalten weißen Winternacht, von der wir noch lange zehren…










